Donnerstag, 6. März 2008

la poubelle

Die Gespräche, die wir führen, zwischen einem Sektflötchen, randvoll, und einer konsumgeilen Fernsehsendung, irgendwie stupide:
Hab gehört, morgen wird ein lustiger Abend. Du, hauchst das so in den Raum hinein.
Oder: Warum du sauer bist, wenn es keinen Streit gibt.
Ich: Du wiederholst dich. Aber, ganz lapidar: Wie ist das Wetter?
Hast du mich schon einmal gefragt.
Can't remember. Ich weiß die Antwort trotzdem nicht und schlucke.
Du wirst langsam wütend, rot im Gesicht, Schweißausbruch, Pille nachwerfen, Lichtstrahl trifft Pupille, trifft Linse, trifft Netzhaut. Gehirn nicht mehr da. Signalverarbeitung gleich null, dabei sehe ich heute umwerfend aus.
Du findest, das sei ein ernstes Thema.
Du findest, man müsse vielleicht (vielleicht sagst du!) einmal eine Entscheidung fällen.
Warum? Ich, ganz blauäugig, obwohl grün, eigentlich.
Sonst wisse man nicht, wie man sich zu verhalten habe.
Und das irritiert mich nun völlig. Wissen, wie ich mich zu verhalten habe, ob das überhaupt eigentlich sowieso so etwas wie erstrebenswert ist, ob das vielleicht glücklich macht, ob das denn weiterhilft - Fragen, die mich nun beschäftigen.
Bessere Idee, wahrscheinlich, ziemlich sicher: Ein bisschen Alkohol.
Wir betäuben das Ganze, nehmen dem Ganzen die Luft und stattdessen einen Zug Helium, Lachgas, whatever.
Und dann? Was weiter? Was heißt lieb haben (sich, dich, mich, uns)?
Ich zitiere: kuscheln, Händchen halten, Butzis, ficken.
Und bin ein wenig entsetzt-verstört. Ich glaub, das ist nicht so das, was ich will.
Muss mich setzen, erreiche eine Parkbank, es hat gehagelt, im März, gerade eben, es ist kalt, meine Haare hängen schief und nerven nur noch.
Ich versuche angestrengt, zu überlegen. Es will nur ab und zu klappen, bin mir nicht sicher, ob das nun Denken ist oder nur der Versuch oder was das ändert.
Ich knibbele an einem Hautfetzen am rechten Mittelfinger, will ihn nicht ausstrecken, das könnte missverstanden werden.
Ich glaub nicht, dass ich das bin.
Glaube nicht, das erreichen zu können oder zu wollen oder zu müssen, und wenn ich es muss in dieser Welt, auf diesem Planeten oder in diesem Land, dieser Stadt, dieser Gesellschaft, dieser Schicht, oder in deinem Denken: dann bin ich wohl falsch hier.
Du bist traurig, ich versteh das.
Ich drücke mir eine Träne ab, damit du denkst, das würde mir etwas bedeuten, dabei bin ich einfach nur schockiert, fassungslos und einsam.
Ich wünschte, du würdest gehen, ohne mich zu verurteilen.
Ich wünschte, du würdest gehen.
Es hagelt wieder.
Kapuze auf, weitergemacht.
Abgehauen, irgendwo in den Bus gestiegen, dort ausgestiegen, wo es so aussah, als wär es zuhause. Auf dem Wanderweg: alles glatt. Der Wind weht eine Zigarettenkippe in den Graben.
Bist du der Wind oder ich?

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